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Der Weg aus der Sackgasse
Wie die Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri wieder in die Spur kommen kann.
Thurgauer Zeitung online, 5.2.2026 (mso)
Die VSG-Amriswil-Hefenhofen-Sommeri macht schwierige Zeiten durch, weil ihre 139 Millionen Franken teure Entwicklungsstrategie Schiffbruch erleidet. Im letzten Mai sagten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wuchtig Nein zum Kredit für den Erweiterungsbau der Schule in Sommeri, Ende November lehnten sie auch zum Kredit zum Neubau des Schulhauses in Hemmerswil ab.
Grund für die doppelte Schlappe ist vor allem die Sorge in breiten Bevölkerungskreisen, dass die Finanzen der Schulgemeinde aus dem Ruder laufen könnten. Es hat sich deswegen eine Interessengemeinschaft formiert, die einen sorgsameren Umgang mit den Steuergeldern und mehr Pragmatismus verlangt.
Vor diesem Hintergrund hat die Schulbehörde im letzten Herbst einen sogenannten strukturierten Dialog mit politischen Parteien und Interessengruppen geführt. «Die Auswertung der Gespräche zeigt klar: Die Volksschulgemeinde steht in den nächsten Jahren vor einem akuten Mangel an Schulraum. Gleichzeitig sind die finanziellen und politischen Handlungsspielräume begrenzt», schreibt die VSG in einer Mitteilung.
Und weiter: «Übergangslösungen werden notwendig sein, dürfen jedoch keine Dauerlösung darstellen. Entscheidend ist eine langfristige, klar priorisierte Schulraum- und Entwicklungsstrategie.»
Bestehende Gebäude optimal nutzen
Die Schulbehörde stellt gemäss Mitteilung fest, dass Investitionen schrittweise, mit Blick auf die Finanzierbarkeit und eng am pädagogischen Nutzen ausgerichtet erfolgen müssen. «Bestehende Gebäude sollten möglichst optimal genutzt, saniert und wenn nötig angemessen erweitert werden», was die Kritikerinnen und Kritiker wiederholt verlangt hatten. Gleichzeitig brauche die Schule Flexibilität, um auf schwankende Schülerinnen- und Schülerzahlen sowie auf unterschiedliche Bedürfnisse reagieren zu können.
Ein zentrales Ergebnis des Dialogs ist nach Angaben der Schulbehörde die Bedeutung von früher Beteiligung und klarer Kommunikation. «Nur wenn Zusammenhänge zwischen Bedarf, Kosten und Qualität verständlich aufgezeigt werden, kann das notwendige Vertrauen in die Arbeit der Behörde gestärkt werden.» Die Schulbehörde verstehe es als ihre Aufgabe, diese Transparenz aktiv zu leben.
