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Die Architekten wollen sich hier nicht verwirklichen
Weit über 100 Personen nahmen am Infoanlass zum 15-Millionen-Bauprojekt von VSG und Gemeinde Hefenhofen auf dem Sonnenberg teil.
Bericht: Thurgauer Zeitung, Manuel Nagel - 10.09.2026
Die Gemeinde Hefenhofen und die Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri wurden am Dienstagabend überrascht – positiv überrascht. Für 100 Interessierte wurde bestuhlt, doch es benötigte noch rund 30 weitere Sitzgelegenheiten am Infoabend zum gemeinsamen Projekt der beiden Körperschaften. Geplant ist ein Erweiterungsbau für die Schule und ein neues Gemeindehaus, die miteinander verbunden sind. Am 27. September ist die Urnenabstimmung.
Gemeindepräsident Thomas Schnyder, Schulpräsident Michael Stäheli-Engel und Schulleiterin Sabrina Wolff hoben nochmals die Gründe hervor, weshalb es den gemeinsamen Bau benötige: Sowohl die politische als auch die Schulgemeinde stossen schon jetzt mit ihrem Platz an Grenzen. Und da Hefenhofen in den nächsten Jahren weiter wachsen dürfte, verschärft sich die Situation noch.
Mit den letzten zwei Baukrediten für die Schulhäuser in Sommeri und Hemmerswil, die beide an der Urne scheiterten, ist die VSG ein gebranntes Kind. Nebst anderen Argumenten wurden von den Gegnern die ihrer Ansicht nach zu hohen Kosten moniert. Wohl auch deshalb betonten Schnyder, Stäheli und Wolff mehrfach, dass man das aktuelle Projekt optimiert habe und der Bau zweckmässig und kein Luxus sei. Das Siegerprojekt habe man mit den Architekten nochmals überarbeitet. Trotz Teuerung liege es nun 200’000 Franken tiefer.
Laut Schnyder benötigt es keine Steuererhöhung
Nach dem 50-minütigen Infoblock konnte das Publikum Fragen stellen. Kritik gab es nicht wirklich. Eine Frau wollte wissen, ob für die beiden Projekte die Steuern erhöht werden müssen. Thomas Schnyder rechnete vor, dass die Gemeinde Hefenhofen 1,9 der rund drei Millionen bereits vorfinanziert habe, und die restliche Million werde gemäss HRM-Richtlinien auf 33 Jahre hinaus abgeschrieben. Doch weil der Mietzins für das jetzige Gemeindehaus wegfalle, hebe sich das fast auf. Der Neubau werde nur einen kleinen Einfluss auf die Erfolgsrechnung haben.
Michael Stäheli sagte, dass es bei der Schule etwas komplexer sei. Doch die Abschreiber aufgrund der zwei abgelehnten Bauprojekte – rund drei Millionen – seien nicht gerade hilfreich gewesen für die finanzielle Situation. Der Schulpräsident erinnerte daran, dass in den kommenden Jahren mehrere Projekte auf die VSG zukämen. Die Behörde spreche sich aber dafür aus, möglichst sorgfältig mit der Erhöhung des Steuerfusses umzugehen.
Ortsansässige Firma macht die Kostenkontrolle
Um die Finanzen drehte sich auch die Frage von SVP-Präsident Roman Walther: Wer denn schaue, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Er äusserte Bedenken, weil das Architekturbüro ein sehr junges Unternehmen ohne grosse Referenzen sei.
Michael Stäheli antwortete, das junge Basler Architektur-Kollektiv Ylvi habe den anonymen Wettbewerb verdient gewonnen. Eines der Kriterien sei gewesen, dass das Siegerprojekt nach einer Grobkostenschätzung im Vergleich günstiger abgeschnitten habe. Zudem hätten die Architekten in der Zusammenarbeit bei der Optimierung des Projekts seriöse Arbeit geleistet. «Und sie sind auch auf unsere Wünsche eingegangen», betonte Stäheli. Er könne sagen, dass sich hier das Architekturbüro nicht verwirklichen wolle, sondern auf die Interessen der Bauherrschaft Rücksicht nehme. Den Bau begleite die Amriswiler Firma Construct Baumanagement GmbH, die auch die Baukostenkontrolle mache, sagte Stäheli.
Sämtliche relevanten Parteien aus der Volksschulgemeinde unterstützen das Projekt auf dem Sonnenberg. Die Ja-Parole beschlossen haben die Vorstände der SVP, der FDP, der Mitte, der EVP und der SP.
