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«Unsere sind ja nicht dümmer als Fremde»
Die Gemeinde Hefenhofen und die Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri wollen ihre Platzprobleme gemeinsam angehen.

Bei der «Variante Süd» sollen das neue Gemeindehaus und die Zufahrt zu diesem südlich der Mehrzweckhalle Sonnenberg liegen. Bei der «Variante Nord» ist die Gemeindeverwaltung unmittelbar an der Amriswilerstrasse zwischen Brüschwil und Sonnenberg geplant. Bilder: PD
Bericht: Thurgauer Zeitung online, 14.06.2023 - Manuel Nagel
«Unsere Probleme werden sich verschärfen», warnte Schulpräsident Michael Stäheli-Engel an der Infoveranstaltung der Volksschulgemeinde (VSG) und der Gemeinde Hefenhofen. Beide Körperschaften brauchen dringend mehr Platz, weil die Einwohnerzahl und somit auch die Schülerzahl in den kommenden Jahren ansteigen dürften. Zudem ist das heutige Gemeindehaus im Weiler Brüschwil für Menschen mit körperlichen Einschränkungen nur schwer oder überhaupt nicht zugänglich.
Nur wenige hundert Meter südlich davon, im Weiler Sonnenberg, besitzt die Gemeinde Land. Und weil der Sonnenberg mit dem Schulhaus und dem Mehrzwecksaal bereits jetzt das inoffizielle Zentrum der Elf-Weiler-Gemeinde ist, überrascht es niemanden, dass hier der Neubau der Gemeindeverwaltung zu liegen kommen soll.
Wettbewerb soll Klarheit bei den Varianten bringen
Um Planungs- und Baukosten zu sparen, taten sich die VSG und die politische Gemeinde zusammen und liessen eine Machbarkeitsstudie ausarbeiten, die zwei Varianten vorschlägt: Entweder soll das neue Gemeindehaus nördlich oder südlich der Mehrzweckhalle Sonnenberg zu liegen kommen.
Schulpräsident Stäheli und Hefenhofens Gemeindepräsident Thomas Schnyder stellten nicht nur die beiden Varianten vor, sie erwähnten auch die Vor- und Nachteile – ohne jedoch eine Variante zu bevorzugen. Denn dies soll nun im Rahmen eines Wettbewerbs Aufgabe der teilnehmenden Architekten und Landschaftsgestalter sein. Klar ist, dass die «Variante Süd» für das Obstgartenquartier Mehrverkehr bedeuten würde. Die Verkehrserschliessung sei ein wichtiger Punkt im Wettbewerb, sagte Schnyder, der froh ist, dass die Gemeinde von der Erfahrung der VSG bei solch grossen Bauprojekten profitieren kann.
Bedenken eines Bürgers, dass sich nun «Architekten aus Genf oder Zürich hier ein Denkmal setzen», konnte Stäheli ausräumen. Man schaffe auch keine Platzreserven, baue nur, was benötigt wird – jedoch mit der Option auf einen weiteren Ausbau.
Läuft es optimal, ist im Sommer 2026 alles fertig
Auf die Bemerkung, dass einheimische Architekten sicher nicht dümmer seien als auswärtige, antwortete Stäheli, dass bei den hiesigen Büros das Interesse oftmals nur gering sei, weil diese wohl gut ausgelastet seien.
Einig sind sich Schule und Gemeinde, dass die Eigentumsverhältnisse klar geregelt sein müssen. Lösungen im Baurecht kämen deswegen nicht in Frage. Geregelt werde selbstverständlich auch der Kostenteiler für das Projekt. Halbe-halbe mache man nur beim Planungsprozess.
Schnyder und Stäheli wissen aber auch um die Risiken eines gemeinsamen Vorgehens. Sollte entweder die VSG oder Hefenhofen schliesslich das Projekt an der Urne ablehnen, stehe man wieder auf Feld 1. Laufe jedoch alles optimal, so käme der Baukredit im Herbst 2024 vors Volk und die beiden Gebäude wären im Sommer 2026 bezugsbereit.